Donnerstag, 22. Mai 2014

Kunst macht Platz für Bautätigkeiten

Der Zwickauer Galerie am Domhof stehen umfangreiche Sanierungen bevor. Das neoklassizistische Gebäude, in bester Lage neben dem Dom St. Marien und den Priesterhäusern, soll elektro- und brandschutztechnisch auf den neusten Stand gebracht werden.

Nicht nur die Wechselausstellungen zeitgenössischer Kunst, sondern auch die Förderkurse und die Treffen von Mitgliedern verschiedener Vereine verlassen die Räume für etliche Monate. Während Ausstellungen in dieser Zeit nicht stattfinden, suchen sich die Kunst - und Kulturschaffenden Ausweichorte, um weiterhin aktiv zu sein. So findet zum Beispiel das jährliche Sommerfest am 29.06.2014 in der Teichschänke am Fuße der Burg Schönfels statt und die Förderstudios wollen Quartier in geeigneten, stadtnahen Räumen beziehen.

Nach der Sanierung soll das Haus 2015 wieder dem Zentrum der Stadt Zwickau kulturell zugute kommen und wie gehabt Ausstellungen, Lesungen, Vorträge, Kleinkunstveranstaltungen und Konzerte stattfinden. Viele regionale und auch junge Künstler finden in der Galerie am Domhof in Sonder- und Kabinettausstellungen eine angemessene Plattform, um sich und ihre Werke zu präsentieren. Als offene städtische Einrichtung sind die Mitarbeiter bestrebt Besucher und Interessierte an die moderne Kunst heranzuführen, dazu können auch pädagogische Angebote vor allem für Kinder in Anspruch genommen werden. 
Ein kleines Geheimnis birgt das ehrwürdige Gebäude noch im Obergeschoss: ein Glasdach soll sich über der abgehängten Decke des Hauptraumes befinden, das irgendwann aus dem Dornröschenschlaf wachgeküsst werden will.

Folgende Vereine und Kulturgruppen sind in der Galerie am Domhof beheimatet:
  • Kunstverein Zwickau e. V.
  • Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit e. V.
  • Förderstudio für Malerei und Grafik (für Kinder, Jugendliche und Erwachsene)
  • Förderstudio für Literatur e. V. (für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren)
  • Amateurfilmwerkstatt
  • Fotoclub Zwickau
  • Fotoclub BAF (Bezirks Aktiv Farbdia)

Hier finden Sie die Information der Stadt Zwickau zur Sanierung des Gebäudes.

Sonntag, 4. Mai 2014

Netzwerk und Publikum

Bei unseren Netzwerktreffen stellen wir immer wieder fest, wie vielfältig die Kulturlandschaft rund um Zwickau ist. Wir sind Theaterpädagogen, Architekten, Galeristen, Musiker, Kulturvermittler. Aber wir sind auch: Manager, Organisatoren, Erfinder.

Kunst verbindet Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergründen und Lebenswelten. Sie kann Verständnis schaffen, wo politische oder soziale Trennungen bestehen. Sie ist spielerischer Umgang mit einer kulturellen Utopie. Der gegenseitige Austausch führt zu einer Vielfalt, die von allen gleichermaßen als bereichernd empfunden wird. Um dieses Potential nutzen zu können, müssen wir uns fragen: Für wen machen wir das? Die Kunst ist kein Elfenbeinturm. Wir müssen uns überlegen, an welche Zielgruppen wir uns wenden. Großbritannien ist uns in diesem Bereich mit innovativen „Audience Development“ -Konzepten seit Jahren voraus und bietet viel Inspiration für unsere heimische Kulturlandschaft. Wir müssen früh mit kultureller Bildung beginnen. Denn: Wer schon als Kind mit Kunst in Kontakt kommt, behält sich auch später ein Interesse dafür. Die Besucher von Kultureinrichtungen wollen selbst aktiv werden. Sie suchen nicht nur nach einem ästhetischen Genuss, sondern nach sozialer Interaktion. Wir müssen uns also auch fragen: Welche Relevanz hat Kunst und Kultur im Alltag? Nicht zuletzt sollte die Kulturpolitik eine nachhaltige Teilhabe an kulturellen Angeboten fördern. Kunst sollte sich in der Stadt wiederfinden, sie prägen und gestalten. Nicht jedes Publikum ist gleich und hat dieselben Interessen. Wir können niemals alle Zielgruppen gleichzeitig bedienen. Kunst kann zwar für jeden sein, aber sie kann nicht alles beinhalten. Doch das braucht uns nicht zu verunsichern: Bei Kunst geht es um das Reflektieren, das Entdecken und Erkunden.