Mittwoch, 1. Oktober 2014

Netzwerk und Politik

Wenn ich abends durch die Nebelfelder nach Hause fahre, dann steht der Herbst vor der Tür. Die Festivalsaison ist vorbei. Neben zahlreichen Musikfestivals, die uns in den letzten Monaten an jedem Wochenende die Klänge in die Ohren setzten, haben auch andere Sparten das Format für sich entdeckt. Fotografiefestivals, Theaterfestivals, Literaturfestivals. Die Auswahl ist groß. Festivals konnten in den letzten Jahren einen großen Zulauf verzeichnen. Das mag daran liegen, dass sie der Eventkultur nahe liegen. Ein kurzes aber dafür umso einzigartigeres Erlebnis wird uns versprochen. Und – da möchte ich wirklich nicht falsch verstanden werden – ich liebe Festivals. Sie bieten Raum zum experimentieren. Sie überwinden Grenzen zwischen Ländern und Kunstsparten. Bleibt nur eine Sache zu fragen: Wie können wir daraus eine langfristige Plattform für Kunst schaffen?

Die Festivalkultur sollte keine Ausrede sein. Die Politik muss in die Kultur mit einbezogen werden. Und das nicht nur, wenn ich die Stadt um Parkplätze bitten muss. Ob nun die Bedingungen der Kreativwirtschaft gestärkt oder die öffentliche Kulturförderung etabliert werden soll, dies muss auf sichere Füße gestellt werden. Es spielt eine nachhaltige Rolle, unter welchen systematischen Bedingungen (polity), entsprechende Resultate und Inhalte (policy) durch die Akteure bewirkt werden (politics). Die Kulturpolitik wird vor allem im ländlichen Raum stark durch die Kulturschaffenden selbst beeinflusst und geformt, sie beginnt mit Interaktion und praktischer Erfahrung. Sie entsteht aus einem Zusammenspiel von Kommunen, Förderern, Vereinen und Kultureinrichtungen oder -akteuren. Kunst und Kultur sind immer auch dazu da, um Gesellschaft zu gestalten.

Stammtischnotizen 5

Stammtisch "Junges Kulturnetzwerk" - 19.09.2014 - Freunde aktueller Kunst e.V.

  • Diskussionsrunde zur Stadtkultur in Zwickau
  • Vorstellung von Projekten, Fragen und Ideen: Wer hat Interesse an einem internationalen, soziokulturellen Fest mitzuwirken? Wer möchte sich an der Gründung eines Verbandes zur Kreativwirtschaft beteiligen?
  • Persönlicher Austausch in kleinen Gruppen über Inhalte und eigene Schwerpunkte kultureller Arbeit

P.S.: Wir gratulieren!
Das Kooperationsprojekt "Von Seelen, Särgen und Anderem" des Carl-von-Bach-Gymnasiums Stollberg, der Bletterbox GbR und dem Bestattungsinstitut Friedrich Hahn hat den MIXED UP Preis Start Up gewonnen.